Aufgrund ihres Alters und ihrer körperlichen Verfassung haben sich die spanischen Tierschützer nun dazu entschlossen, Sora die Reise nach Deutschland nicht mehr zuzumuten. So darf Sora nun auf einer Pflegestelle in Spanien ihre Altersresidenz beziehen. Allerdings würden sich die spanischen Kollegen sehr über eine Patenschaft für Sora freuen, da sie zurzeit viele Notfälle oder Dauerpflegestellen zu versorgen haben.
Infos aus Spanien August 20211
Soras ursprünglicher Name lautete Linda, denn sie ist gechipt und wir konnten einiges über ihre Herkunftsfamilie herausfinden. Deshalb kennen wir auch ihr Alter und einige Dinge mehr. Im Register wird sie unter „Jagdhund“ geführt und hatte bereits vier verschiedene Besitzer. Sie wurde von Hand zu Hand weitergereicht und das lässt uns vermuten, dass sie entweder eine gute Jägerin oder aber eine gute Zuchthündin war. Ihre Zitzen zeigen, dass sie oft Welpen gehabt haben muss.
Allerdings werden wir sie nicht an ihren Besitzer zurückgeben. Wir haben in den sozialen Medien nachgeschaut, dort wurde dieser in Jagdkleidung und mit einem Gewehr in der Hand abgebildet. Wir wollen verhindern, dass Sora nach unendlichen Würfen krepiert oder dass sie die Lebenszeit, die ihr noch bleibt, weiter mehr schlecht als recht verbringen muss. Im Refugio können wir sie deshalb auch nicht unterbringen, da immer die Gefahr besteht, dass sie entdeckt wird. Deshalb lebt sie jetzt bei unserer Tierschutzkollegin zu Hause und der Chip soll auch rasch entfernt werden.
Neben dem Chip hat sie noch ein weiteres Merkmal, welches dafür spricht, dass sie ein Jagdhund war. Das rechte Ohr wurde ihr aufgeschlitzt. Deshalb ist es auch wichtig, sie möglichst rasch in eine sichere Zukunft nach Deutschland zu bringen. Auch an der Nase sieht man eine kleine Narbe, meistens stammen diese Narben daher, dass die Jagdhunde während der Jagd in engen Käfigen auf dem Geländewagen transportiert werden und versuchen, wenigstens etwas frische Luft zu schnappen, indem sie ihre Nase durch die Gitterstäbe stecken.
Man kann auf den ersten Bildern ihren desolaten Zustand gut erkennen, den sie bei Aufnahme im Tierheim zeigte. Sie war mager, hatte ungepflegte lange Krallen an den Vorderpfoten. Sie war offensichtlich lange angebunden, das kann man auch am Hals noch erkennen. Dort sind Abdrücke des Seiles zu sehen. Sora hört nicht mehr gut, vielleicht ist das auch ein Grund, warum sie fliehen konnte. Am 1. August 2021 hat in Spanien die Jagd begonnen, das war genau der Tag, an dem ein Freund sie kraftlos und mit einem Hitzschlag auf dem Lande fand. Dieser Freund kümmerte sich um Sora, sie trank sehr viel, fraß gut, aber aufstehen wollte sie zunächst nicht. Sie war völlig erschöpft. Wir denken, dass sie zur Jagd mitgenommen würde, aber auf Grund ihrer Hörminderung verloren ging. Weil sie schon älter ist, konnte sie eben auch nicht weiterlaufen, und so haben sie sie liegengelassen. Ganze 24 Stunden blieb sie bei unserem Freund erschöpft liegen. Danach brachte er sie zu uns. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, welcher Gestank von ihr ausging. Unsere Kollegin Ara sagte uns, dass sie noch nie in ihrem Leben einen Hund aufgenommen hat, der so erbärmlich stank, und ihr könnt uns glauben, Ara hat als langjährige Tierschützerin schon allerlei erlebt.
Ara badete sie natürlich, aber der Gestank blieb. Das Badewasser war sauber. Der Gestank kommt also vermutlich daher, dass sie jahrelang in ihren Exkrementen leben musste und es wird wohl mehrere Bäder erfordern, ehe sich dieser Geruch geben wird. Im Haus unserer Tierschutzkollegin ist sie einfach nur ein kleiner Engel. Sie lebt perfekt mit allen Hunden und Katzen zusammen. Sie ist stubenrein, sehr lieb und fügsam. Sie geht in den Garten, dreht eine Runde und kommt zurück ins Haus. Sie macht keinen Lärm und bellt fast überhaupt nicht. Anfangs war sie etwas futterneidisch, aber auch das hat sich gelegt, denn sie hat gemerkt, dass sie hier ausreichend zu Essen erhält. Sie springt weder aufs Sofa noch aufs Bett und bleibt fast immer auf dem Boden. Ein Körbchen scheint sie nicht zu kennen. Man kann merken, dass sie keine guten Vorerfahrungen mit Menschen hatte. Im Haus trägt sie ihren Schwanz immer zwischen den Beinen. Sie lässt sich streicheln, bleibt aber häufig wie versteinert stehen. Es gelingt ihr auch noch nicht, Zuneigung zu entgegnen. Aber wenn sie in den Garten geht und andere Hunde sieht, dann verändert sie sich total. Sie wedelt dann fröhlich, möchte mit den anderen Hunden spielen, springt, rennt mit ihnen umher und versucht auch, Freundschaften zu schließen. Unsere Kollegin Ara sagt, dass es ihr sehr weh tut, dass Sora noch keine Zuneigung annehmen kann. Sora vermutet offensichtlich, dass Ara genauso schlecht sein könnte wie ihr letzter Besitzer.
Rasse: Podenco Geschlecht: Weiblich Alter: geboren am 30.7.2008 Grösse: 40 cm Schulterhöhe Gewicht: 8 kg Kastriert: Nein Krankheiten: Keine bekannt ( Araceli )
mit großem Bedauern müssen wir euch mitteilen, dass unsere liebe Sora gestern am 11.11.2025 erlöst werden musste. Aufgrund Ihres Alters und ihrer gesundheitlichen Probleme ging es leider nicht mehr und wir wollten ihr weiteres Leid ersparen.
Sora war ein ganz besonderer Hund und dank eurer Unterstützung durfte sie noch eine schöne und liebevolle Zeit erleben. Dafür möchten wir euch von Herzen danken.
Eure Patenschaft hat ihr Fürsorge, Sicherheit und Geborgenheit ermöglicht. Ebenso ihre tierärztliche/medizinische Versorgung - etwas, das ohne euch nicht möglich gewesen wäre. So wurde Sora stolze 17 Jahre alt.
Ach, kleine Sora, es macht mich immer sehr traurig, wenn der Weg über die Regenbogenbrücke aus dem Tierheim angetreten werden muss ohne wenigstens für kurze Zeit die Liebe einer Familie erfahren zu haben. Aber sicher wird Simon dich begrüßt haben und ihr könnt wieder miteinander kuscheln.
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